Albrechtsburg Meissen

Das erste Schloss
  • Die Albrechtsburg müsste eigentlich „Albrechtsschloss“ heißen. Denn sie ist gar keine Burg, sondern der erste moderne Schlossbau in Deutschland.
  • Im Grunde genommen handelt es sich bei der Albrechtsburg um eine Art „Investruine“. Denn sie blieb die meiste Zeit unbewohnt.
  • Der höchste Raum des Schlosses ist mit 32 Metern zugleich sein tiefster: der Grubenschacht im Südflügel, der als gemeinsame Fallgrube für acht Toiletten diente und vom 3. Obergeschoss bis zum 2. Kellergeschoss reicht.
  • Im Schloss war über 153 Jahre eine Fabrik untergebracht, die hier ab 1710 vom Keller bis zum Dach „Weißes Gold“ produzierte – die Porzellan-Manufaktur Meissen.
  • Das Schloss verfügt heute in insgesamt 11 Räumen über das umfangreichste historistische „Wand-Bilderbuch“ Deutschlands: 51 große Wandgemälde (von denen noch 43 erhalten sind) sowie über 18 weitere kleine Porträts.

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Falk Dießner


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falk.diessner(at) schloesserland-sachsen.de

Im Jahre 929 ließ der erste deutsche König Heinrich I. auf einem Felsen hoch über der Elbe eine kleine Wehranlage errichten. Sie sollte bald darauf das Zentrum der neu eroberten slawischen Gebiete werden, die durch die Markgrafen von Meißen beherrscht wurden. Den Namen erhielt die Burg übrigens nach dem vorbeifließenden Bächlein Misni (Meisa). 

Etwa 300 Jahre später begann die tiefgreifende, bis heute noch wahrnehmbare Umgestaltung des Burgareals. Die wichtigsten mittelalterlichen Machthaber – Markgraf, Burggraf und Bischof – wohnten auf dem Burgberg dicht beisammen, was nicht immer konfliktfrei verlief. Bischofsschloss und Dom, Burggrafen- und Markgrafenburg prägten das Antlitz des Meißner Burgbergs.

Ab 1471 ließen die Brüder Herzog Albrecht und Kurfürst Ernst unter Leitung des Baumeisters Arnold von Westfalen ihre markgräfliche Burg zu einem Schloss umbauen. Es ist der erste reine Schlossneubau Deutschlands und bautechnisch wie stilistisch ein Bauwerk europäischen Ranges. Doch als kurfürstliche Residenz diente es nie.

Weil die Immobilie leer stand, zog 1710 die erste europäische Porzellanmanufaktur hier ein, um das weltberühmte Meissener Porzellan herzustellen. Die Bausubstanz des Schlosses litt aber zunehmend unter dem Betrieb und bot auch für Erweiterungen keinen Raum, weshalb die Manufaktur 1863 in einen Fabrikneubau umzog. Daraufhin wurde die Albrechtsburg umfassend restauriert und vor allem mit monumentalen Wandgemälden neu ausgestattet. Seit 1881 ist sie als hochrangiges Baudenkmal und Gedenkstätte sächsischer Geschichte der Öffentlichkeit zugänglich. 1990 erfolgte hier die Wiedergründung des Freistaates Sachsen.


Letzte Änderung: 05.06.2020

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