Kunst & Gut

Ein „Glückwunch“ zum neuen Jahr!

Falk Dießner / Dr. Peter Dänhardt /

Für viele Menschen war 2021 eine schwierige Zeit. Wir wollen aber mit viel Zuversicht und einem historischen Neujahrsgruß in das neue Jahr starten. Wir wünschen all unseren Lesern und Leserinnen für 2022 vor allem Zufriedenheit, Gelassenheit und Gesundheit. Nun aber viel Spaß beim Lesen!

Glückwunch? Glückwunch! Ja, im Jahre 1896, als diese Ansichtskarte gedruckt wurde, gab es noch kein verbindliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung! Der „Duden“ wurde erst nach der Orthografischen Konferenz aller deutschen Staaten 1901 offiziell.

Und es gab in Meißen auch noch keine kompletten Domtürme. Diese entstanden erst von 1903 bis 1908 unter Leitung des Karlsruher Baumeisters Carl Schäfer. Manche Zeitgenossen sprachen damals von einer „Verschäferung“ des Doms. Neues wird anfangs oft kritisch gesehen. Das sollte auch 1934 noch der Fall sein, als die neue Elbbrücke (die heutige Altstadtbrücke) fertiggestellt wurde. Und zu guter Letzt: das „Rathhaus“! Nicht nur das „h“ ist hier des Guten zu viel, sondern ebenso das neogotische Türmchen auf dem mittleren Giebel. Beides ist heutzutage verschwunden. Zurück in die Vergangenheit hieß das Motto bei der Wiederherstellung des Rathauses anno 1910.

 

 

Doch wer weiß, was die Zukunft bringt? Neues mit Sicherheit! Das Alte sollten wir aber, wenn es gut ist, trotzdem bewahren. Hoffen wir, dass auch das Neue gut wird. Wir sind zuversichtlich, dass unsere Schlösser, Burgen, unser Kloster und die prächtigen Gärten bald wieder öffnen können und wollen uns in diesem Sinne dem Wunsch, den ein gewisser Max Pause um 1896 auf die Karte schrieb, gern anschließen: „Es würde mich freuen, Dich mal wiederzusehen.“

In der Albrechtsburg Meissen kennt Museologe Falk Dießner eigentlich jeden Winkel, daher ist er sehr froh, wenn er mal was Neues in alten Gemäuern entdeckt.


Letzte Änderung: 30.04.2020

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