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Ein Guide für alle Fälle

Die neue "Schlösserland erleben" App

Frank Schmidt /

„Pssst psssst. Hier bin ich! Verrate bitte niemanden, was du hier gesehen hast…“, tönt es aus meinem Mobiltelefon. Und da steht sie plötzlich. Die langen Haare unter einer Haube versteckt. Ein prächtiges, bis zu den Füßen reichendes Kleid. Mitten im Raum … zumindest, so lange ich auf mein Telefon schaue. Es ist Elisabeth von Rochlitz – Glaubenskämpferin, Spionin, Herrin auf Schloss Rochlitz. Sie ist Teil der neuen „Schlösserland erleben“ App.

Seit Ende 2021 entsteht für fünfzig der im Marketingverbund „Schlösserland Sachsen“ organisierten Schlösser, Burgen und Gärten die multifunktionale App „Schlösserland erleben“. 

Anfahrtswege, Öffnungszeiten, Veranstaltungstipps − alle wichtigen touristischen Informationen können hier bequem mit dem Mobiltelefon abgerufen werden. Zudem berücksichtigt die Software die individuellen Interessen des Users: Auf deren Basis gibt sie Tipps zu Sehenswürdigkeiten, Cafés oder Restaurants in der Umgebung, sodass die Planung eines Ausflugs zu den altehrwürdigen Häusern und Gärten eine runde und vor allem einfache Sache wird. Doch die App bietet weitaus mehr!

Davor, Danach und Währenddessen

„Schlösserland erleben“ bereichert auch den Besuch selbst. Jedes Schloss, jede Burg und jeder Garten erhält – sofern noch nicht vorhanden – einen unterhaltsamen wie informativen Audio-Guide, direkt in die App integriert. Oder nennen wir ihn besser Multimedia-Guide, denn er bietet viel mehr als reine Tonspuren. Doch dazu später mehr. Durch das Angebot in der App müssen Besucher jedenfalls keinen Audio-Guide mehr umständlich an der Museumskasse ausleihen. Das entlastet nicht nur das Museumspersonal. Für Besucher fällt die Schlepperei zusätzlicher Geräte weg. Das eigene Mobiltelefon ist schließlich immer dabei.

Audios, Quiz und Minigames

In den Multimedia-Guides führen knackige Tonspuren von Station zu Station. Sie erzählen Geschichten über die Häuser und Gärten sowie deren Bewohner, ob König, Fürstin oder einfacher Dienstmagd. Daneben gibt es immer wieder spielerische oder rätselhafte Aufgaben, die gelöst werden wollen. Springen wir zum Beispiel in den Guide der Burg Gnandstein. Hier führt Heinrich Hildebrand von Einsiedel durch seine Ritterburg und erhält in der Gemäldegalerie eine kräftige Standpauke von seinen Vorfahren. Immer wieder tauchen Quizfragen zu interessanten Dingen auf, die den Geist des Betrachters fordern. Kannst Du auf den Gemälden Heinrichs Vater oder den Großvater entdecken? Oder was wurde wohl in dem jüngst entdeckten wertvollen Schrank aufbewahrt, der lange Zeit ein Schattendasein auf dem Dachboden der Burg fristete? Aber auch kleine Spiele finden sich in den Guides. In der Mildensteiner Burgküche muss beispielsweise ein Feuer entfacht werden, wie es im Mittelalter üblich war. Also ganz ohne Feuerzeug oder Streichhölzer. Dem Denkmalschutz wegen selbstverständlich alles virtuell.

 

 

Innovative Erlebnisse

Als überraschendes Element treten an ausgewählten Stellen virtuelle Avatare in der App auf, die durch authentisch kostümierte Schauspieler in der Rolle historischer Personen über sich, ihre Zeit und vor allem ihren Ort sprechen. Der Clou: Dank Augmented Reality Technologie stehen die virtuellen Begleiter mitten im Raum, am historischen Ort. So begrüßt Wolf Hühnerkopf seine Gäste im Schloss Klaffenbach schon auf der Schlossbrücke. Auf Schloss Rochlitz erzählt Herzogin Elisabeth von Rochlitz in dem ihr gewidmeten Ausstellungsteil über ihre Rolle als Spionin für die Reformation. Oder schaut doch mal im Schloss Nossen vorbei: Hier bedauert Lips Tullian sein tödliches Schicksal als gefährlichster sächsischer Räuber.

 

Wissenswertes aus Wissensportal und Co.

Wem das noch nicht genug ist, dem bietet die App unter der Rubrik „Wissenswertes“ direkten Zugang zu weiterführenden Geschichten, Berichten zu aktuellen Forschungsergebnissen rund um die die musealen Sammlungen, zu 3D-Rundgängen oder auch kuriosen Ereignissen hinter den Kulissen unserer Häuser und Gärten. Die App fungiert somit als umfassende Plattform, die all unsere unterschiedlichen Kanäle verknüpft: Wissensportal, Schlösserland Website, Qucosa, Youtube bis hin zu Facebook und Instagram. Probiert sie doch gleich mal aus! Die App steht im Google Play Store und bei Apple zum Download bereit.

Frank Schmidt ist Museologe auf Schloss Rochlitz und hat im App-Projekt alle musealen Inhalte auf dem (Bild-)schirm.


Letzte Änderung: 24.01.2020

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