Dresdner Zwinger – Fünf Highlights der Architektur

 

Der Dresdner Zwinger fehlt wohl auf keiner Besichtigungsliste eines Touristen. Was macht ihn so besonders? Fünf architektonische Highlights, die Sie nicht verpassen sollten:

1. Das Kronentor

Am besten betritt man den Zwinger durch das imposante Kronentor: Mit seiner aufgesetzten vergoldeten Krone heißt es uns gar königlich in der schlossähnlichen Anlage willkommen! Es stimmt perfekt ein auf die kraftvoll bewegte und heitere Architektur, die an barocke Feste unter freiem Himmel denken lässt.

 

Übrigens: Links und rechts des Kronentors erkennt man an der Außenseite des Zwingers noch die Sockel der alten Festungsmauern. Daher rührt auch der ungewöhnliche Name Zwinger her – so hieß der Raum zwischen den alten Festungsmauern, den man zum „einzwingen“ der Feinde nutzte. Diesen Platz erkor August der Starke Anfang des 18. Jahrhunderts zur Wiege seiner monumentalen Dresdner Bauträume. 
 

2. Der älteste Teil des Zwingers

Beschwingt wie ein Sommerschloss wirkt der Zwinger – doch er wurde nie als Schloss geplant oder genutzt. Anfang des 18. Jahrhunderts suchte und fand August der Starke hier einen passenden Platz für seine anwachsende Sammlung ausgefallener Zitruspflanzen. Ausgehend vom ursprünglichen Zwingerwall entstanden vier Bogengalerien mit symmetrisch angeordneten Pavillons. Die großen Fenster der Galerien boten den empfindlichen Pflanzen im Winter genügend Licht und Schutz vor der Kälte.

Und heute? Sind in der ehemaligen königlichen Orangerie die Schätze verschiedener Museen zu entdecken. Im ältesten Teil jedoch, der sogenannten Bogengalerie L und dem Französischen Pavillon, erwartet Sie ab 2021 das Erlebnis Zwinger Xperience – eine Zeitreise durch die Geschichte des Zwingers.

3. Geheimtipp Nymphenbad

Kennen Sie den Zwinger genau? Auch seine versteckten Plätze, lauschigen Terrassen und Wasserspiele? Ein ganz besonderes Erlebnis ist das Nymphenbad, die schönste und größte barocke Grottenanlage nördlich der Alpen. Sie liegt versteckt hinter dem Französischen Pavillon.

 

Im Nymphenbad ergänzen sich die beiden Hofkünstler Augusts des Starken, der Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann und der Bildhauer Balthasar Permoser, auf geniale Weise. Beide ließen Inspirationen aus dem Süden Europas einfließen. So kann man hier in einem Saal unter freiem Himmel Nymphen beim Bade beobachten. Sie scheinen wie verzaubert, gedreht, gelöst – ja, fast lebendig! Man meint, die heitere Badestimmung zu hören.

 

4. Der Glockenspielpavillon

Apropos hören: Der Zwinger verspricht nicht nur imposante Architektur und in Stein gebannte Formenvielfalt. Am stadtseitigen Pavillon gegenüber dem Taschenbergpalais erklingt viertelstündlich ein Glockenspiel aus Meissener Porzellan, das zwischen 1933 und 1935 zusammen mit einer Monumentaluhr hier angebracht wurde. Je nach Jahreszeit sind mehrere von Professor Günter Schwarze 1994 dafür komponierte Melodien zu hören.

Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Wallpavillon wetteifert der Glockenspielpavillon im Scheitelpunkt der Bogengalerien auch optisch um die Aufmerksamkeit der Besucher. Fabelwesen und Girlanden überziehen die aufstrebende Architektur – eine plastische Fülle an Lebensfreude, die wie natürlich aus dem Stein erwächst. Sie wird der Originalität des Bildhauers Permoser zugeschrieben.

 

5. Sempergalerie

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Lageplan des Dresdner Zwingers

Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen: Der lange Gebäuderiegel zur Elbe hin passt nicht ganz zu den anderen Seiten des Zwingers. Er überragt nicht nur die Bogengalerien in der Höhe, auch seine Fassade zeigt strengere Formen, die an die Renaissance erinnern wollen statt an den Barock, für den man im 19. Jahrhundert nicht allzu viel übrighatte.

 

Zuvor war diese Seite des Zwingerhofes lange unbebaut geblieben. Erst 1855 schloss sie Gottfried Semper mit dem sogenannten Semperbau – einem Gebäude für die königliche Galerie. Bis heute ist hier die Gemäldegalerie »Alte Meister« untergebracht.


Letzte Änderung: 03.05.2021