Was tun, wenn das Tier krank war? Abenteuerliche Tierarznei um 1800

Ob Zugtiere wie Pferde und Ochsen oder Rinder, Schweine und Hühner, die Nahrungsmittel lieferten – gesunde Tiere waren für ein Gut genauso wichtig wie ein gesundes Gesinde. Kranke Tiere kosteten dagegen Geld und verringerten die Arbeitsleistung, womit sie zu einem wirtschaftlichen Risiko wurden.

Deshalb ist viel unternommen worden, kranke Tiere zu pflegen und zu heilen. Zum Einsatz kamen unterschiedliche Hausmittel, die man zu Medikamenten verarbeitete. Im Schlossarchiv von Rammenau hat sich ein Arzneibuch erhalten, das Einblick in die Medikamente der Zeit um 1800 liefert.

Zum Beispiel ein Medikament gegen Wurmbefall:

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Wenn einem Pferd die Würmer im Körper plagen

Tierärzte im heutigen Sinne waren gerade erst dabei sich zu etablieren, weshalb der Hufschmied viele Behandlungen durchführte. Wissen darüber eignete er sich aber nicht in einem Studium an. Viel wichtiger waren Erfahrungen, mündliche Überlieferungen und Rezeptbücher. So erneuerte der Hufschmied nicht nur die Hufeisen, sondern führte auch Aderlasse (Abnehmen von Blut, das Krankheiten kurieren sollte) durch oder kurierte Stollenbeulen (eine Schwellung an den Beinen von Pferden). So steht es in den Abrechnungen, die sich in Rammenau erhalten haben. Der Hufschmied wurde für derartige Behandlungen gut bezahlt. Ein Indiz dafür, dass die Pferde auf dem Gut eine hohe Bedeutung hatten.

 

Literatur und Quellen

  • Schlossarchiv Rammenau, V 1448 S, o.T. [Rezeptbuch].
  • Schlossarchiv Rammenau, V3148 S, Rechnung vom 31. Oktober 1774.

Letzte Änderung: 19.02.2026