Was machen die Parkeisenbahnerinnen und Parkeisenbahner eigentlich im Winter?

Wenn der letzte Fahrtag bei der Parkeisenbahn vorbei ist, werden die Bahnhöfe verschlossen. Ruhe kehrt ein, doch gearbeitet wird trotzdem. Denn die Kinder und Jugendlichen wechseln im Winterhalbjahr in die Ausbildungsstätte. Hier erlernen sie die Grundlagen des Eisenbahnbetriebs. Der umfangreiche theoretische Stoff wird dabei durch viele praktische Übungen ergänzt. Das Ausbildungsziel ist so einfach wie klar: Die jungen Menschen sollen eigenständig und regelkonform unter Begleitung der Erwachsenen den Fahrbetrieb durchführen können. Die Ausbildung dauert vier Jahre.

Nach der vierjährigen Ausbildung können sich die Parkeisenbahner zum Assistenten weiterbilden lassen. Als rechte Hand des Bahnhofsleiters dürfen sie dann verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen. Eingesetzt werden Assistenten an allen Bahnhöfen. Wer sich nicht zum Assistenten ausbilden lässt, übernimmt Dienstposten an den Bahnhöfen Carolasee, Straßburger Platz und Zoo.

Was lernen die Parkeisenbahnerinnen und Parkeisenbahner?

Zu den verbindlichen Ausbildungsinhalten gehören

  • technische Aspekte des Bahnbetriebs wie das Kennenlernen der Infrastruktur und der Betriebsabläufe,
  • der serviceorientierte Kontakt mit Fahrgästen,
  • der Umgang mit Geld,
  • verschiedene Angelegenheiten des Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutzes,
  • intensive Schulungen zu Themen aus den Bereichen des Kinderschutzes und der Kinderrechte

Weil sich die Parkeisenbahn in der kulturhistorisch bedeutenden und denkmalgeschützten Parkanlage Großer Garten befindet, reichen die Bildungsinhalte auch in historische, kulturgeschichtliche, kulturelle, ökologische, aber auch ökonomische und soziale Fragestellungen hinein. Exkursionen ins Verkehrsmuseum, ins Fahrsimulator-Labor an der Fakultät Verkehrswissenschaften der TU Dresden oder zu anderen Bildungseinrichtungen sorgen für Abwechslung.

Theorie trifft Praxis

An einer 70 qm großen Lehr-Modelleisenbahn-Anlage trainieren die jungen Menschen im Rollenspiel unterschiedliche Dienstposten, stellen Abläufe nach und spielen besondere (Gefahren-)Situationen durch. Für die Instandhaltung der Lehr-Modelleisenbahn-Anlage sorgt der Förderverein Dresdner Parkeisenbahn, der damit wesentlich zu einer qualitätvollen Ausbildung der jungen Menschen beiträgt. Für die Anfänger steht eine speziell entwickelte Rillenbahn zur Verfügung, die maßstabsgerecht die Strecke der Parkeisenbahn im Großen Garten imitiert. Mit nachgebildeten Zügen aus Holz, Telefonen, Zugmeldebüchern, Stellwerken und Signalen wird auf diese Weise das Wissen für den anspruchsvollen Dienstposten Fahrdienstleiter vermittelt.

 

Alles gelernt und für den Einsatz bereit?

Um aber aktiv im Fahrbetrieb mitwirken zu dürfen, müssen die Parkeisenbahner (und auch alle als ehrenamtlich oder geringfügige mitwirkende Erwachsenen) am Ende eines jeden Ausbildungsjahres eine sogenannte Personalprüfung ablegen und dabei das erlernte Wissen unter Beweis stellen. Erst mit erfolgreich abgeschlossener Prüfung dürfen sie die Dienstposten im echten Fahrbetrieb übernehmen.

Einsatz an den Bahnhöfen

Je nach Ausbildungsstand werden die Parkeisenbahner an unterschiedlichen Bahnhöfen eingesetzt:

  • einjährig ausgebildete Parkeisenbahner (Anfänger) an den Bahnhöfen Karcherallee und Palaisteich
  • zweijährig ausgebildete Parkeisenbahner am Bahnhof Carolasee
  • dreijährig ausgebildete Parkeisenbahner am Bahnhof Straßburger Platz
  • vierjährig ausgebildete Parkeisenbahner am Bahnhof Zoo

Letzte Änderung: 30.05.2025