Handschriften der Gräfin Cosel

Neu in der Sammlung von Burg Stolpen

Die Burg Stolpen hat im Sommer 2026 ein kleines Konvolut von insgesamt fünf handschriftlichen originalen Briefen der Gräfin Cosel als Schenkung erhalten. Die Briefe stammen aus den Jahren zwischen 1712 und 1748. Sie sind unterschiedlichen Themen gewidmet und geben Einblicke in den Lebensalltag der Gräfin.

Hier finden Sie eine Übersicht sowie die vollständigen Transkriptionen der Dokumente.

Quittung - Neujahrsmesse Leipzig 1712

Die Gräfin Cosel quittierte mit Siegel und Unterschrift für den Erhalt von 3.000 Talern aus der General-konsumtionsakzise ([Mehrwert-]Steuer-Kasse) als 2. Rate einer Abfindung von insgesamt 6.000 Talern, die sie an den (die) Grafen von Rantzau ausgereicht hatte.

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Gräfin Cosel an einen Hofrat (wohl Wichmannshausen), Stolpen, den 31. März 1737

Sie erinnert an ihre Erbschaftsansprüche nach dem Tod der Mutter, die bevorzugt zu befriedigen seien, ehe die anderen Nachkommen abgefunden würden. Sie sorgte sich, dass nicht genügend Erbmasse da sei, um alle Schulden zu begleichen. Zuerst die leiblichen Kinder, vor den Enkeln und Urenkeln!

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Gräfin Cosel an Hofrat Wichmannshausen, Stolpen, den 23. Juni 1737

Die Gräfin Cosel erläutert neuerlich ihre Erbschaftsansprüche nach dem Tod der Mutter Frau von Brockdorff auf Depenau in Holstein. Das letzte mütterliche Testament, das die Enkel und den Urenkel begünstigte, focht sie an – sie müsse als Erste abgefunden werden!

Sie begründete ihre Ansprüche mit der auf dem elterlichen Gut als Schuldverschreibung zu 4 % jährlicher Verzinsung liegengebliebenen Mitgift von 10.000 Reichstalern anlässlich der Heirat mit Freiherrn von Hoym 1703, mit 4.000 Talern zuzüglich Zinsen, die sie einst für ihre Eltern an den Freiherrn von Löwendal für einen Kredit Löwendals an die Eltern zurückzahlte und mit den Ansprüchen ihres Sohnes an sie selbst, der nicht einen baren Heller erhalten habe, obwohl beide Töchter je 100.000 Taler aus ihrem Vermögen als Mitgift zur Hochzeit und je 20.000 Taler als Abfindung auf einen zukünftigen Erbschaftsanspruch zugesprochen bekommen hatten.

Sie werde in keinem Punkt von ihrer Forderung abweichen und glaubte, nur sie allein könne ihre Interessen angemessen vertreten. Ich sitze hier (auf Stolpen) wie ein Stummer und Tauber, der sich von Aberwitz regieren lassen müsse, war ihr Resümee.

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Gräfin Cosel an einen Hofrat (Wichmannshausen), Stolpen, den 12. Januar 1740

Die Gräfin Cosel bedankt sich für die Neujahrswünsche und erwidert sie mit guten Wünschen an den Hofrat. Sie sei so weit gelanget, dass sie alles wie ein Würfelspiel betrachte. Sie leide, dulde in der Stille über alles, was nicht zu ändern stehet, und fand, dass diese Methode das stärkste Hilfsmittel sei, den Geist so zu bemeistern, dass die menschlichen Gefühle, wenn schon nicht überwunden, dennoch beruhigt werden können und ihr alles ganz erträglich vorkomme.

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Hauptmann Holm an einen Oberst, mit eigenhändigem Zusatz der Gräfin Cosel, Stolpen, den 22. Mai 1748

Die Gräfin Cosel beauftragte Hauptmann Holm dafür zu sorgen, dass für sie 12 Löschwassereimer aus altem Ponton-Leder gefertigt werden (4 Stück vorab zur Probe, ohne ihrem aufgemalten Wappen aber gut mit Pech abgedichtet), so wie sie selbst solche einst in Dresden hat vom Oberzeugmeister fertigen lassen. Die Kosten werde sie übernehmen.

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