Poltergeisterei in Nossen

14. Türchen

Düstere Geschichten von Hexerei und Zauberei machten einst auch vor den Mauern von Schloss Nossen nicht halt. Wer als Hexe oder Hexer verdächtigt wurde, fand sich schnell in den Verliesen des Schlosses wieder.

Bis vor rund 300 Jahren war der Glaube an Hexerei auch in der Gegend um Nossen weit verbreitet. Dabei stellte man sich Hexen keineswegs als freundliche Zauberinnen wie Bibi Blocksberg oder Hermine Granger vor.  Hexen und Hexer galten vielmehr als Verbündete des Teufels, die ihren Mitmenschen mit schwarzer Magie Schaden zufügen konnten.


Verfolgt wurden Menschen, die der Hexerei verdächtigt wurden, auch in Nossen. Es handelte es sich dabei keineswegs nur um Frauen. Von den 17 Angeklagten, die im 17. und frühen 18. Jahrhundert vor dem Gericht auf Schloss Nossen verhört wurden, waren sieben weiblich. Die Mehrheit der Verfolgten waren also Männer. Zu den Anklagepunkten gehörten unter anderem der Besitz zauberischer Bücher, sogenannte Poltergeisterei oder Unfughändel in der Kirche. Was man sich darunter im Einzelnen vorzustellen hat, lässt sich heute oft nur schwer nachvollziehen.


Da die Akten nur lückenhaft erhalten sind, verliert sich die Spur der angeblichen Hexen und Hexer. Was aus ihnen wurde, wissen wir nicht mehr. So bleibt nur die Hoffnung, dass ihr Weg nicht an der alten Richtstätte vor den Toren Nossens endete.
 

 

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Letzte Änderung: 30.10.2026