Der Schwarze Hund von Pillnitz

Der Schwarze Hund von Pillnitz

19. Türchen

War es schlechtes Karma? Warum ein sächsischer Adliger als schwarzer Hund durch Pillnitz geisterte.

Eine alte Legende erzählt von einem schwarzen Hund, der von Zeit zu Zeit auf dem Hof des alten Pillnitzer Schlosses erschien. Sein lautes Bellen und Heulen soll im ganzen Dorf zu hören gewesen sein. Doch der Hund war, so heißt es, kein gewöhnliches Tier: In ihm spukte angeblich der Geist des einstigen Gutsherrn Joachim von Loß.

 

Der sogenannte „Böse Loß“, der 1633 starb, galt als geschickter und umsichtiger Geschäftsmann. In der schwierigen Zeit des Dreißigjährigen Krieges soll er dem Kurfürsten wertvolle Dienste geleistet haben. Als Gutsherr zu Pillnitz hatte er jedoch einen weit weniger guten Ruf. Er soll hart, streng und unnachgiebig bei der Verwaltung des Gutes gewesen sein. Und um das getane Unrecht zu verbüßen, fand er auch nach seinem Tod keine Ruhe. Zur Strafe musste er nun als der Schwarze Hund durch Pillnitz spuken.

Der „Schwarze Hund“ taucht im deutschsprachigen Sagenschatz immer wieder auf, ob als Todesbote, Schatzhüter, ruhelose Seele oder teuflische Erscheinung. In Sachsen gibt es eine Vielzahl von Geschichten mit diesem Fabelwesen. Im Erzgebirge taucht er in Bergmannssagen als Wächter verborgener Schätze oder verlassener Gruben auf. In Görlitz soll ein solcher Hund in der Weihnachtsnacht durch die Straßen ziehen. Die Wachsoldaten lassen ihm deshalb stets eine kleine Pforte offen. Als ein Wächter diese eines Tages verschlossen lässt, soll der Hund mit feurigen Augen erschienen sein, sein Bajonette verbogen haben, um dann einfach über die Stadtmauer zu springen. Der Wächter verstarb nur drei Wochen nach dieser teuflischen Begegnung.

So gefährlich verliefen die Begegnungen mit dem Schwarzen Hund von Pillnitz zwar nicht. Dennoch dürfte wohl niemandem daran gelegen gewesen sein, dem „Bösen Loß“ auf einem nächtlichen Spaziergang zu begegnen.

Mitmachen und Gewinnen

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Letzte Änderung: 30.10.2026