Frau Anna näht Badekappen
15. Türchen
Auch Herrscherinnen bekommen Kinder. So auch im Hause Wettin. Margaretha von Österreich und ihr Mann Friedrich der Sanftmütige werden acht Mal Eltern. Doch um das Wohlergehen und die Erziehung sorgen sich andere. Gleich drei Frauen schmeißen den Alltag der adeligen Knirpse.
Die Hofmeisterin Anna, eine Amme und eine Kindermagd sorgen sich Mitte des 15. Jahrhunderts um den wettinischen Nachwuchs auf der Burg Mildenstein. Die Kinder wachsen nämlich nicht am Frauenhof von Margaretha in Meißen auf, sondern fernab der mütterlichen Wärme. Die Kinder werden bereits im Säuglingsalter den Ammen, Hofmeisterinnen und Kindermägden übergeben. Während die Amme die körperlichen Bedürfnisse der Kinder stillt, ist die Hofmeisterin für die adelige, höfische Erziehung zuständig. Aber auch ganz praktische Arbeiten gehören zu ihrer Aufgabe: Für die jungen Prinzessinnen näht sie weiße Badehauben, die in der Badestube zum Einsatz kommen. Sie begleitet die Kleinen stets bei Reisen, steht im Briefkontakt mit der Mutter und ist die erste Bezugsperson vor Ort.
Nur gelegentlich, wenn sich Margaretha, Friedrich und die Kinder in der gleichen Residenz aufhalten, trifft sich die Familie. Da dies selten der Fall ist, liegt die Erziehungsarbeit und auch die nicht unerhebliche Verantwortung bei diesen drei Frauen.
Letzte Änderung: 24.11.2025
