Unruhestifter in der Hofküche
14. Türchen
Es ist viel Arbeit für einen König zu kochen. Und viel Arbeit bedeutet viele Menschen, die diese Arbeit verrichten. So ist das auch in Pillnitz, der Sommerresidenz des sächsischen Königs. Viele dieser Menschen arbeiten hinter den Kulissen. Manchmal fällt aber auch einer auf.
Wir schreiben das Jahr 1806, dem Jahr der Königskrönung Friedrich August I., genannt der Gerechte. In der Hofküche sind in dieser Zeit 50 Personen angestellt. Gearbeitet wird im Schichtdienst für die Dauer von zwei Wochen. Und das Personal bereitet nicht nur die Gerichte zu, sondern kümmert sich auch um die Planung, den Einkauf und die Lagerung der Lebensmittel sowie um das Brennholz.
Viele Menschen arbeiten hinter den Kulissen und bekommen den König eher selten zu sehen. Und der König sie auch nicht. Was zählt, sind die Speisen auf dem Tisch und deren Qualität. Das gilt besonders anlässlich von Besuchen anderer Herrscher wie Napoleon Bonaparte oder dem Kaiser von Österreich. Denn die Küche versorgt nicht nur den Herrscher selbst, sondern auch die Familie, Gäste und Teile des Personals am Hof.
Manchmal sind die Unsichtbaren aber gar nicht so unsichtbar. Der Küchenarbeiter Johann Gottfried Weber zum Beispiel wird 1823 ermahnt, weil er beim Verarbeiten des Brennholzes zu laut gewesen sei. Statt das Holz zu tragen, warf er es, vermutlich mit der entsprechenden Lärmkulisse, in den Holzschuppen. Außerdem sägte er das Holz nicht in diesem Schuppen, sondern im Freien.
Die Androhung von „schwerer Strafe“ bei einer erneuten Lärmbelästigung erfüllt vermutlich seinen Zweck. Sein Name findet sich noch lange in den Personallisten des Hofes.
Letzte Änderung: 24.11.2025


