Kinderarbeit? - Überlebenswichtig!
13. Türchen
Anders als heute, wo die Polizei vor der elterlichen Haustür steht, wenn schulpflichtige Kinder nicht zum Unterricht erscheinen, war eine ordentliche Schulbildung vor mehr als 200 Jahren in der Regel nur für Kinder aus gehobenen Schichten möglich. Warum? Die anderen Kinder waren vor allem Arbeitskräfte. Zur Schule gingen sie dann, wenn sie sich diese „Auszeit“ leisten konnten.
Kleine Erwachsene
In Rammenau wie auch an anderen Orten waren die Lebenslinien aller Kinder vorherbestimmt. Während Hauslehrer die adligen Kinder auf ihr Leben als Gutsherr oder adlige Ehefrau vorbereiteten, mussten die Kinder im Dorf, sobald sie alt genug waren, im Haushalt tatkräftig mit anpacken. Vor allem zu den Feldernte-Zeiten leisteten Kinder schwere körperliche Arbeit. Zeit für die Schule blieb in diesen Monaten nicht. Schließlich waren Familien doppelt belastet: Sie mussten sich selbst durchbringen und außerdem Pflichtabgaben in Form von Geldzahlungen, Arbeitsdiensten oder Naturalien an die Gutsherrschaft leisten. Um das zu stemmen, waren alle Familienmitglieder gefordert.
Kinder trugen damit wesentlich nicht nur zum Überleben der eigenen Familie, sondern auch zum adligen Lebensstil bei. Welchen gesundheitlichen Schaden sie mitunter davon trugen, spielte keine Rolle. Eine Kindheit, wie wir sie heute kennen, musste erst noch erfunden werden.
Kinderschutz & Kinderrechte
Letzte Änderung: 24.11.2025
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