Schon früher war man bemüht, die Feldarbeit zu verbessern. Gutsherr Johann Albericus von Hoffmann ließ 1758/59 eigens eine neue Säpflugmaschine testen!
Der innovationsfreudige Gutsherr Johann Albericus von Hoffmann machte sich in einer Zeit, als Sachsens Wirtschaftsleistung wegen des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) am Boden war, um die sächsische Schafzucht und die Rammenauer Gutswirtschaft verdient. Er versuchte die Erträge aus der Feldarbeit durch neue Gerätschaften zu steigern.
Im Frühjahr 1758 ließ der Gutsherr eine neuartige Maschine testen, die Pflügen und gleichzeitig Säen konnte – eine Säpflugmaschine. Akribisch dokumentierte er den Aufbau dieser Maschine mit sämtlichen Maßen und stellte eine Art Versuchsreihe mit der „alten Säe“ und dem neuartigen Säpflug an.
"Proben"
Die erste Versuchsreihe mit der neuen Technik war wenig erfolgreich. Die mit dem Säpflug bearbeiteten Felder mussten mehrfach erneut gepflügt werden, was zu folgender Einschätzung führte:
„Die auf No. 3. am 12.ten May gesäte Gerste [...]"
Selbstkritisch bewertete Johann Albericus von Hoffmann seine Proben. Einerseits waren die Witterungsbedingungen nicht optimal, andererseits marschierten preußische Truppen im Zuge des Siebenjährigen Krieges über die Felder des Gutsherrn.
"Indessen kamen am 26.ten […]"

Anders als heute, waren die Menschen damals hochgradig von der eigenen Nahrungsmittelproduktion auf dem Land abhängig. Höheren Felderträgen seine Aufmerksamkeit zu schenken, sicherte das Überleben der Menschen auf dem Gut und führte zugleich zu höheren Einnahmen für den Gutsherren. Wurden Nahrungsmittel durch militärische Truppenbewegungen, Krieg oder Schlechtwetterlagen vernichtet, war das sofort lebensbedrohlich. Um Hungersnöte zu vermeiden, mussten dann Lebensmittel mitunter sehr teuer auf dem Markt eingekauft werden.

Noch heute beschäftigen sich Landwirte, aber auch Wissenschaftler mit der Frage, wie die Felderträge gesteigert werden können. Daneben geht es auch darum, wie der Boden bei intensiver Bewirtschaftung besser geschützt werden kann und wie man sich auf die Folgen des Klimawandels einstellt.
Literatur und Quellen:
- Beschreibung eines Säpfluges, 1758 – 1759, Sächsisches Staatsarchiv, Staatsfilialarchiv Bautzen, 50196 Gutsherrschaft Rammenau (D), Nr. 117.
Letzte Änderung: 19.02.2026

